27.10.2018 Samstag Nachlese: Warum manche Boote Männernamen tragen

Taufpate Ernst Busse (Mitte) beim Öffnen der Sektflasche zusammen mit den Vorsitzenden Andreas Bressert (links) und Matthias Busse (rechts)

Das Motorrettungsboot „Ernst“ zusammen mit dem Taufpaten auf Jungfernfahrt

Die Bürgermeister von Bad Essen und Ostercappeln bei einer Probefahrt auf dem Motorrettungsboot „Werner“

Neues Motorrettungsboot bei der DLRG im Altkreis Wittlage in Dienst gestellt

Ein neues Motorrettungsboot konnte in der Marina Bad Essen im Beisein von Vertretern der drei Altkreis-Gemeinden Bohmte, Bad Essen und Ostercappeln, DRK, THW und Feuerwehren und nicht zuletzt vielen DLRG-Mitgliedern getauft und in Dienst gestellt werden.  Das Boot ist jedoch kein Neubau, sondern hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Dazu später mehr…

Beobachtet man die Schiffe und Boote, die täglich über den Mittellandkanal fahren, fällt dem Beobachter auf, dass der überwiegende Teil weibliche Namen trägt. Der neue Rufname des Motorrettungsbootes ist jedoch nicht weiblich wie bei den beobachteten Schiffen und Booten, sondern hört auf den Namen „Ernst“. Namenspatron ist Ernst Busse, ehemaliger Gemeindedirektor von Bohmte und Mitglied der DLRG-Ortsgruppe Obere Hunte e.V.  Doch wie kam es zu dieser Namensfindung? Hierzu muss man einige Jahre zurückgehen. Im Jahr 2009 hat die DLRG-Ortsgruppe Obere Hunte e.V. ihr erstes Motorrettungsboot erhalten. Das rote Schlauchboot hört seitdem auf den Namen „Werner“ – benannt nach Werner Frickenhelm, der im Jahr 1966 Gründungsmitglied der DLRG-Ortsgruppe Obere Hunte e.V. war und seitdem bis ins Jahr 2005 aktiv auf die Gestaltung und Entwicklung der DLRG-Ortsgruppe, zum Schluss als 1. Vorsitzender, großen Einfluss genommen hat. Aufgrund dieses herausragenden Engagements für das Ehrenamt innerhalb der DLRG entschied man sich seitens des Vorstandes das erste Motorrettungsboot auf den Namen „Werner“ zu taufen.  

Basierend auf dieser Tradition wurde daher wieder nach einem Namen eines verdienten Ortsgruppen-Mitglieds gesucht. Da Ernst Busse sowohl den Bau der Fahrzeughalle im Jahr 2010 und der Jugendhalle im Jahr 2012 sowie die Renovierung des DLRG-Heims am Standort in Bohmte koordiniert, geleitet und auch selber Hand angelegt hatte, wirkte er zudem maßgebend auf viele finanzielle Zuschüsse durch Förderer und Sponsoren für verschiedenste Anschaffungen ein. So kam es, dass der Vorstand der Ortsgruppe dieses Engagement auf lange Zeit ehren und würdigen wollte und den Namensvorschlag einstimmig angenommen hatte.

Andreas Bressert, 1. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Obere Hunte e.V. erläuterte den anwesenden Gästen, wie es zu der Bootsanschaffung kam. In früheren Zeiten bildeten die DLRG-Ortsgruppe Obere Hunte e.V. und der DRK-Ortsverband Rabber/Lintorf die „Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) 12 – Wasserrettung“ des Landkreises Osnabrück. Neben Tauchern und Rettungsschwimmern bestand die SEG materiell auch aus Booten und den dazu gehörigen Motoren. Bei einem Boot kooperierte man materiell, sodass das Boot durch das Deutsche Rote Kreuz und der Motor durch die DLRG finanziert wurde. Stationiert waren Boot und Motor in den ehemaligen DRK-Räumlichkeiten in Brockhausen. Nach Auflösung der Schnell-Einsatz-Gruppe entschied man sich seitens der DLRG das Boot vom DRK zu übernehmen und in die neuen Einsatzdienste der DLRG mit einzubinden; der Motor war schließlich bereits vorhanden. 

Bevor es schließlich zur Taufe kommen konnte, mussten die DLRG-Mitglieder aber noch einige Stunden Arbeit in das „neue“ Motorrettungsboot stecken. Der Steuerstand wurde modernisiert, es wurden neue Sitze montiert, der Anstrich des Bootes wurde von den DRK-Farben hin zum Signalrot der DLRG mit den markanten leuchtgelben Buchstaben gewechselt, die Elektrik erneuert; zudem wurde ein neuer Geräteträger gebaut und montiert, auf dem nun Arbeitsscheinwerfer, Blaulicht und die bekannten Licht- und Flaggenzeichen für Wasserfahrzeuge angebracht sind. Auch ein neuer Trailer wurde angeschafft, da beim alten Trailer unter anderem absehbar war, dass dieser nicht mehr ohne weiteres über den TÜV kommen würde.

Kurz vor der Taufe dann aber der Schreck: Der alte Bootsmotor erlitt bei einer Übungsfahrt einen Motorschaden, sodass schnell ein Ersatz hermusste. Glücklicherweise konnten die Fachleute vom Wassersportzentrum Levern mit einem neuen Motor dienen, der perfekt auf das Motorrettungsboot „Ernst“ zugeschnitten war. Durch deren Hilfe konnte die Bootstaufe mit Jungfernfahrt also doch noch stattfinden.

„Ich danke allen Trägern des Namens Ernst“, sagte der Taufpate während seiner Ansprache. Der Name komme aus dem Althochdeutschen und bedeute so viel wie der Ernsthafte und Entschlossene. Dass diese Eigenschaften zur DLRG und deren Arbeit dazu gehören, konnte niemand abstreiten. Nach der Sekttaufe folgte nun endlich die erste Fahrt. Die Taufe wurde durch den Applaus der anwesenden Gäste begleitet, der sowohl die Freude über das neue Motorrettungsboot als auch den Respekt für das geleistete Engagement des Taufpaten Ernst Busse ausdrücken sollte. Der Taufpate ließ es sich schlussendlich nicht nehmen, die erste Fahrt nach der Taufe mit zu begleiten.

Das Motorrettungsboot „Ernst“ wird nun ab sofort die Aufgaben der DLRG-Ortsgruppe Obere Hunte e.V. in der Örtlichen Gefahrenabwehr sowie dem Katastrophenschutz ergänzen und erweitern. Aber auch im Ausbildungsbereich sowie der Jugendarbeit wird das Boot mit eingesetzt werden. Stationiert ist dieses am DLRG-Stützpunkt im Bohmter Sportzentrum, von dem aus die Einsätze der DLRG aus angefahren werden.

Kategorie(n)
Veranstaltung

Von: Matthias Busse

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